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Donnerstag, 29.07.2010

Öffentliche Sitzung Ortschaftsrat Obergrombach

Sanierung der Turnhalle der Burgschule Obergrombach vorgestellt

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Von Grund auf optisch und technisch verändert wird sich die Obergrombacher Schulsporthalle nach ihrer Sanierung im Oktober 2010 präsentieren

Bruchsal-Obergrombach. Jetzt hat die „grosse Politik“ auch direkte Auswirkungen auf Obergrombach. Mit Mitteln aus dem in Berlin vom Bundestag verabschiedeten „Konjunkturpaket II“ soll die Schulsporthalle der Obergrombacher Burgschule saniert werden. Zu diesem Thema referierte im Obergrombacher Rathaus in einer öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats in alter Besetzung die Architektin Simone Glaser vom Vermessungsamt der Stadt Bruchsal.

Bereits 2005 wurden an der Halle erste Untersuchungen angestellt, um eventuell energetische Maßnahmen anzustreben. 2008 wurde die neue Pelets-Heizanlage fertig gestellt, die Schulgebäude und Halle mit Wärme versorgt. Eine anstehende Renovierung des Hallentrakts mit Nebengebäuden wurde aber abgestoppt, da nicht sicher war, ob die Burgschule in ihrer bisherigen Form weiter bestehen würde. Als über die Beantwortung diese Frage Gewissheit herrschte, fehlten die Mittel für eine weitergehende Sanierung. Dann wurden im Frühjahr die Mittel aus Berlin für konjunkturstützende Vorhaben freigegeben, und am 31. März fasste der Bruchsaler Stadtrat den Beschluss, die Obergrombacher Schulsporthalle in den Maßnahmenkatalog mit aufzunehmen. Das Architektur-Büro Höfle-Kraus-Wolf in Untergrombach wurde mit einer Untersuchung zwecks Kostenschätzung beauftragt. Diese Schätzung belief sich auf 900.000 Euro. Zu diesem Betrag würden aus Berlin Mittel in Höhe von 442.000 Euro fließen.

Nach den Plänen würde eine Totalsanierung die Außenfassade total verändern. Die Außenwände würden mit einem Vollwärmeschutz versehen. Das Flach-Dach würde sich in ein Pultdach mit 5 Grad Dachneigung verändern. Auf dieses Dach wollen die Energie-Werke Bruchsal (ewb) eine Photovoltaik-Anlage zur Stromgewinnung installieren. Die bisher einen ungestörten Einblick ermöglichende Fensterfront Richtung Straßenseite würde mit einer zwei Meter hohen Prallwand versehen.

Die Hallennebengebäude würden ebenfalls einen Vollwärmeschutz bekommen und mit einer neuen Gebäudetechnik ausgestattet. Durch die ganzen Maßnahmen erhofft man sich eine Energie-Einsparung von 46 % sowie eine Reduzierung des CO 2- Ausstoßes. Geplanter Beginn der Planung wäre der 1. Juli 2009.

Ginge alles nach Plan, wäre bis Ende 2009 die Dachsanierung abgehakt. Das Ende der Gesamtmaßnahme könnte auf den Oktober 2010 datiert werden. Die Berliner Infra-Struktur-Maßnahme bezieht sich nur auf die Sport-halle, nicht auf das Schulgebäude. Die Raumaufteilung in der Halle bleibt erhalten; lediglich zwei weitere Fluchtwege wären noch anzulegen.

Der Ortschaftsrat stimmte der Vorlage einstimmig zu; jedoch mit der Bitte, vor Beginn der Arbeiten ein Farbenkonzept vorzulegen.

Im weiteren Teil der öffentlichen Sitzung verabschiedete Ortsvorsteher Jens Skibbe eine Reihe von Ortschaftsräten, die aus diesem Gremium ausscheiden. Horst Schott und Denis Scherrhaufer gehörten dem Rat 5 Jahre an; auf 10 „Dienstjahre“ bringt es Gisela Hardock, und 15 Jahre lang drückte Klaus Müller die Ratsbank. Auf stolze 25 Dienst-Jahre bringt es die Ortschaftsrätin und stellvertretende Ortsvorsteherin Michaela Taghi-Aghdiri.

Jens Skibbe bedankte sich mit einer Urkunde und einem Bildpräsent bei den scheidenden Ratsmitgliedern für ihren Einsatz.

Michaela Taghi-Aghdiri verlässt die politische Bühne

foto3Bei der letzten öffentlichen Sitzung des noch amtierenden Obergrombacher Ortschaftsrat händigte Ortsvorsteher Jens Skibbe einer Frau die Dankesurkunde aus, die wie selten eine andere das kommunalpolitische und gesellschaftliche Leben mitbestimmte.

Die Obergrombacherin Michaela Taghi-Aghdiri zieht sich aus dem politischen Geschehen in Bruchsal und Obergrombach zurück.

Bereits in ihren Jugendjahren war die heute 52jährige Justizangestellte gesellschaftlich aktiv. Sie gehörte Anfang der 70iger Jahre zu den Gründungsmitgliedern des „Jugendclubs Obergrombach“ (der auf dem Papier heute immer noch besteht) und war auch zeitweise dessen 1. Vorsitzende. In den Folgejahren wandte sich Michaela Taghi-Aghdiri der Sozialdemokratie zu wurde folgerichtig Mitglied im SPD-Ortsverein Obergrombach. Bei den Kommunalwahlen 1984 wurde sie erstmals für die SPD in den Ortschaftsrat Obergrombach gewählt und gehörte diesem Bürgervertreter-Gremium bis heute ununterbrochen an. 2004 erhielt Michaela Taghi-Aghdiri für ihren Einsatz die „Silberne Ehrennadel“ des Städtetages Baden-Württemberg. 1999 erfolgte die Wahl in den Gemeinderat der Stadt Bruchsal. Dieser Bürgervertretung gehörte sie zehn Jahre lang an; bei den Kommunalwahlen 2009 trat sie hier – genauso wie beim Obergrombacher Ortschaftsrat – nicht mehr an. In den Jahren ihres Wirkens im Stadtrat gehörte Michaela Taghi-Aghdiri zahlreichen verschiedenen Ausschüssen – etwa ab 1999 dem ÖPNV-Ausschuss – oder Aufsichtsrats-gremien – zum Beispiel ab 2004 dem Aufsichtsrat der Stadtwerke - an. In Obergrombach hatte sie von 1989 bis 2009 auch das Amt des stellvertretenden Ortsvor-stehers inne. Wer nun glaubt, damit sei Michaela Taghi-Aghdiri ausgefüllt gewesen, irrt gewaltig. So war sie bei der Gründung des „Fördervereins Burgschule“ dabei und war – natürlich – auch zeitweise dessen 1. Vorsitzende. Als nächstes folgte als jüngstes Projekt die Gründung des „Förder-vereins Schwimmbad Obergrombach“. Und wer bekleidet in diesem Verein das Amt der 1. Vorsitzenden? Weit danebenliegen kann man hier beim Rätselraten nicht. Neben den genannten Posten als „1. Vorsitzende“ stand Michaela Taghi-Aghdiri auch noch als Vorsitzende dem SPD-Ortsverein Obergrombach vor und bekleidet (noch immer) das Amt der Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes Bruchsal. Ob das Hintertür für ein eventuelles Comeback ist? Michaela Taghi-Aghdiri lächelt zu dieser Frage – und schweigt. Wer die 2fache Mutter und Ehefrau näher kennt, weiß, dass die umtriebige Frau immer für eine Überraschung gut ist. Und sich mit 52 Jahren schon auf das politische Altenteil zurückziehen? Mal abwarten, was die Zukunft bringt.

K.K. / 1.7.2009

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